Fliegen wie ein Adler!

60 Kinder und Jugendliche zu Gast beim Luftsportverein Münsingen-Eisberg

Mal ein ganz ungewöhnliches Ziel ansteuern! Das dachten sich die 60 Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 15 Jahren des Evangelischen Jugendwerkes Heilbronn mit ihren zehn Betreuerinnen und Betreuern und ihrem Organisator des Tagesausflugs, Cedric Maier. Sie steuerten im Rahmen ihres Sommerzeltlagers auf dem Schachen den zwischen Wald und Wacholderheide gelegenen Flugplatz Münsingen-Eisberg an. Da das Zeltlager unter dem Motto „Fliegen“ stand, waren die Kids gespannt, was sie auf einem echten Flugplatz dazu erfahren würden. Der dort ansässige Luftsportverein Münsingen-Eisberg (LSV) hatte im Vorfeld ein kurzweiliges und informatives Programm vorbereitet. Die große Gruppe wurde in drei kleinere, nach Altersgruppen gestaffelte Gruppen geteilt. Nach einer Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Peter Hinkel erfolgte der Durchlauf der Stationen in Gruppen.

Die Station Segelflugzeuge wurde von Fritz Baumann vom LSV betreut. Er erläuterte, dass moderne Segelflugzeuge aus Kohlefaser- und Glasfaserverbundstoffen bestehen und damit absolute High-Tech-Geräte sind mit einem cw-Wert (Luftwiderstand) unter dem eines Formel-1-Wagens. Segelflugzeuge werden von einem Motorflugzeug oder per Seilwinde in den Himmel gezogen. Sie brauchen im Übrigen keinen Wind, sondern nutzen die Thermik (aufsteigende Warmluft). Es gibt auch bereits sogenannte „Selbststarter“ oder solche, die mit einem herausklappbaren Propeller Thermikflauten überwinden können. Segelfliegen sei der perfekte Einstieg ins Fliegen, da es schnell erlernbar sei und man ein gutes Gefühl für Thermik und Segeln erhalte. Darrüberhinaus erlebe man faszinierende und unbeschreibliche Momente in der Luft, sowie ein Gefühl von „Freiheit“, wie ein Adler zu segeln.

Vereinsmitglied Rainer Gruschka erläuterte an der Station Motorflugzeuge die moderne Technik und wie Geräte beim Flug und bei der Navigation helfen. Einsteigen durften die kleinen und großen Besucher dann in ein modernes Ultraleichtflugzeug, eine Dynamic WT9, welche selbst nur gut 300 kg wiegt. Beindruckend fanden die technikinteressierten Kinder und Jugendlichen, dass man mit so einem leichten Flugzeug sogar noch Segelflugzeuge in die Luft schleppen kann.

In der Station „Flugkino“ im neurenovierten Fliegerstüble zeigte Andrea und Lavinia Klemer spannende Kurzfilme zum Segelfliegen und zur Pilotenausbildung. In der anschließenden Fragerunde stellte sich der jüngste Flugschüler des Vereins, Elis Klemer (14 Jahre) den Fragen der Mädchen und Jungen Fragen zur Pilotenausbildung und zum Fliegen. Erstaunen rief die Tatsache hervor, dass Jugendliche bereits im Alter von 14 Jahren das Segelfliegen lernen können. Mit 16 Jahren können sie dann den Segelflugpilotenschein bekommen. Segelfliegen im Verein ermögliche den kostengünstigen und technisch empfehlenswerten Einstieg ins Fliegen, da es viele Grundlagen schult, die auch für das Fliegen mit Motormaschinen von Vorteil ist. Der LSV Münsingen-Eisberg biete auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit für Interessierte, eine Motor- oder Segelfliegerausbildung zu starten. Der Unterricht erfolge, so der Vorsitzende Peter Hinkel, durch qualifizierte und zertifizierte Fluglehrer, welche ihre Zeit ehrenamtlich in den Verein einbringen, was die Kosten dadurch für den Flugschüler niedrig hält. Zudem gibt es Sonderpreise für Jugendliche.

Die Gruppe der älteren Jugendlichen schaute noch in der Vereinswerkstatt vorbei, wo Frank Beerhenke die Wartung und Überarbeitung eines auseinandergebauten Segelflugzeuges erläuterte. Weitere Informationen gab es im Startwagen, in dem quasi der Fluglotse und Flugleiter den Flugplatz und den umliegenden Luftraum im Auge hat und koordiniert, sowie bei Peter Hinkel, der anhand eines großen Posters, den regionalen Luftraum mit der Besonderheit des Stuttgarter Flughafens erläuterte.

Zum Abschluss zeigten die Vereinsmitglieder das Hochschleppen gleich mehrerer verschiedener Flugzeuge. Einige der Jugendlichen durften dabei gleich mit großer Begeisterung beim Geradehalten des Segelfliegers beim Start Hand anlegen.

Für jeden Teilnehmer gab es noch Infomaterial zum Mitnehmen. Einige Teilnehmer hatten große Lust bekommen und wären am liebsten gleich losgeflogen oder in die Pilotenausbildung eingestiegen. Cedric Maier fasste den Tag so zusammen: „Die Kinder und Jugendlichen waren ebenso wie die Mitarbeiter hellauf begeistert. Ich kann gar nicht sagen, wie viele jetzt gerne einen Segelflugschein machen wollen, aber es sind etliche!“  Doch nun ging es erstmal nach einer Vesperpause auf „Schusters Rappen“ übers Lautertal zurück in Richtung ihres Zeltplatzes auf dem Pfadfinderzentrum Schachen.

 

Zeltlager...